Portrait

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15 JAHRE

Das theater-51grad wurde Ende 2001 nach der Auflösung des Trash Theater (1996 - 2000: DE Trainspotting von Irvine Welsh / Shoppen und Ficken von Mark Ravenhill / u.a.) gegründet. Es arbeitet unter der künstlerischen Leitung von Rosi Ulrich, die auch schon als Co-Leitung im Trash Theater aktiv war.

Das theater-51grad produziert seine Stücke in Köln, seit 2007 auch in Berlin und zeigt diese vorwiegend im deutsch-sprachigen Raum. Von 2001 bis 2017 sind insgesamt 18 Eigenproduktionen und 5 Koproduktionen entstanden. Davon waren 17 Inszenierungen Uraufführungen und eine DE. Zuletzt entstand die deutsch-bulgarische Gemeinschaftsproduktion "MERRY-GO-ROUND" und das Cyber-Märchen format BLACKBOX: - ein NEUE MUSIK THEATER zum Thema Digitale Überwachung. Im Januar 2016 hatte die Wieder- und Neuauflage von andropolaroid 1.1 in den Uferstudios in Berlin Premiere.

Das Theater ist Mitgegründer der plattform freier theater und der Freihandelszone - Ensemblenetzwerk Köln. Das Label Freihandelszone hat sich im August 2004 als erster Zusammenschluss mehrerer Tanz- und Theaterkompanien zur Verbesserung der Arbeitsstrukturen formiert. Zielsetzung ist es für seine Mitglieder kontinuierliche Strukturen im Bereich Probenräume, Büro, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu schaffen. Seit 2006 veranstaltet die Freihandelszone das internationale Festival GLOBALIZE:COLOGNE.

Auszeichnungen :
1. Preis der Heidelberger Theatertage 2001 für "Angriffe auf Anne"
2. Preis der Heidelberger Theatertage 2002 für "Yard Girl"
Einladung zum Theaterzwang 2004 für "...und am 7.Strom liegt Onassis"
Young Europe Award 2010 für "borders & bridges"
Nominierung zum Kölner Theaterpreis 2010 mit "Seegang ins Ungewisse" (eine Produktion des in:takt e.V. in Kooperation mit theater-51grad)
Kölner Tanzpreis 2010 für "andropolaroid"
Nominierung zum Kölner Theaterpreis 2015 mit "MERRY-GO-ROUND"

KUNST

In einer sich ständig kulturell und gesellschaftlich verändernden Umgebung widmet sich das Theater aktuellen Themen und Inhalten. Im Zentrum steht der Mensch und seine Beziehungen zu sich selbst und den anderen, gesellschaftliche und soziologische Trends. Das Theater begibt sich auf die Suche nach dem Menschen, seinen Schwächen, seinen Zweifeln, seinen Sehnsüchten und seinen Irrwegen. Es will keine Antworten liefern, sondern Fragen aufwerfen, sie in den Focus fassen und ihren Lösungen näher kommen.Gemeinsam mit dem intakt e.V. wurden in den letzten Jahren mehrere Stücke zum Thema Flucht und Migration entwickelt, zuletzt die deutsch-bulgarische Gemeinschaftsarbeit MERRY-GO-ROUND.

Ein wesentliches Ziel ist es, über die Schauspielkunst hinaus auch eine inhaltliche und formale Auseinandersetzung mit anderen Künsten in den Arbeitsprozess einzubinden, z.B. mit Musikern, Komponisten, Bildenden Künstlern, Choreografen, Tänzern etc. So werden in den verschiedenen Produktionen Künstler aus anderen Sparten als gleichwertige Partner in den ästhetischen Prozess einbezogen. So entstanden neben den Sprechtheaterstücken auch zwei Tanztheater (mit der japanischen Choreografin und Tänzerin Yui Kawaguchi), eine Musiktheaterproduktion (mit dem Komponisten Sergej Maingardt) und mehrere Site-Specific Performances (theatrale Reise an Orte des Vergessens, eine Flucht zu Fuss und in Booten, ein theatrales Spiel um den legalen Aufenthaltstitel etc.)

Ästhetisch-inhaltlich arbeitet das Theater auf zwei Ebenen: 
1. Auf der Basis von Themen werden Projekte konzipiert und Stücke erarbeitet. So erforschte z.B. die theatrale Reiseführung "...und am 7. Strom liegt Onassis" (2003) das Thema "Vergessen", oder untersucht das sinnliche Fest "Erotic Zones" (2005) das Thema "Erotik und Machtstrukturen". In der Auseinandersetzung mit dem Thema wird eine theatrale Konzeption entwickelt. Diese wird mit anderen Künsten, wie z.B. Bildenden Künstlern, Choreografen etc. in einem gemeinsamen Arbeitsprozess mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen gefüllt und zum Leben erweckt. Diese Projekte finden an ungewöhnlichen Spielorten statt. Die Umsetzung ist geprägt von der Suche nach Theaterformen, die den Spezifikas des Themas und der formalen Ausarbeitung folgen.
2. Daneben befasst sich das Theater mit jungen Stücken und zeitgenössischen Autoren, die sich mit dem Menschen in einer sich wandelnden Gesellschaft auseinandersetzt, oder moderne Arbeits- und Lebenswelten in den Focus rückt. Stücke wie "Angriffe auf Anne", "Karla Kojote macht weiter", "Yard Girl" und "goldfischen" sind in dieser Reihe zu sehen. Dabei gelang es dem Theater mit Tilman Neuffer und Jan Neumann zwei bis dahin unbekannte Autoren für das Theater zu entdecken.