URAUFFÜHRUNG

BLUR - 6 Miniaturen zur Unschärfe - eine theatrale Musik-Skulptur

™2.6]Paralyzed

Jeder glaubt, dass alle anderen daran glauben, während in Wirklichkeit keiner daran glaubt

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Stück

Wir befinden uns in einer mehrdeutigen, schwer einschätzbaren Situation, die Beobachtung der Anderen ergibt keinen Hinweis auf das richtige Verhalten. Eine Fehlinterpretation, ein Fehlverhalten, ist durchaus wahrscheinlich. Immer noch suchen die Menschen nach Wahrheit, ringen mit ihr, halten an ihr fest. Sie verteidigen sie und am Ende verzweifeln sie an den vielfältigen Gesichtern dieser Wahrheit, die sich Geschichte nennt und doch nur Politik ist.

Es scheint keine kausalen Beziehungen mehr zu geben – nur noch einzelne diskrete Ereignisse, die in den Gehirnen zur kontinuierlichen Linie zusammengefügt werden. Diese Reihe von historischen Ereignissen formiert sich zu einer katastrophalen Bewegung, die die Menschen fortreißt, um sie am Ende in einer ungewissen Zukunft wieder auszuspucken.

Je länger wir die verblasste Fotografie, die ein Bild dieser Vergangenheit sein soll, betrachten, desto weniger scheinen wir zu erkennen. Denn erst durch die Fotografie selbst kam die Unschärfe ins Bild: diese Idee einer subjektiven Wahrnehmung, einer Lücke zwischen zwei stabilen Zuständen, dem Abbild des Nicht-Zeigbaren.

In dieser Lücke, dieser uneindeutigen, schwer einschätzbaren Situation, trifft es die vagen Menschen, die aufgrund der großen Verunsicherung zu keiner moralischen Erkenntnis und keiner ethischen Bewertung der Situation zu gelangen vermögen. Gehen wir den Ursprüngen auf den Grund und folgen den Beweggründen. Viele tausend Male betrachten wir die Bilder dieses einen unerhörten Ereignisses und erkennen doch keinen sinnvollen Handlungsansatz, nichts was von elementarem Wert zeugen könnte. Gleich jenes Bildes einer verunsicherten Masse von Menschen, die inmitten eines überbuchten Flugzeugs einer großen Schärfe in der Umsetzung von kommerziellen und politischen Interessen gegenüber steht. Ein unsichtbares, aber eindeutig definiertes Ziel der Profitmaximierung scheint hier verfolgt zu werden. Aber die Frage, ob aus diesem Dilemma sich eine Souveräne Unschärfe ableiten lässt, wird erst in der Zukunft beantwortet, in einer Zukunft, in der Welle und Teilchen, Beobachter und Akteur zu einem Dritten verschmelzen wird.

Presse

bitte gedulden Sie sich

Video

in Arbeit

Fotos

Textauszug

Keiner sagt was, keiner greift ein

Also das macht man hier so.

 

das ist doch lächerlich –

aber ich bin jetzt nicht der Erste, der den Kopf hinhält,

da sind so viele andere, da muss doch nicht ich ...

 

die waren vor mir da, die wissen was wirklich passiert ist

und ... was soll ich denn sagen oder tun?

mit:
Fabian Ringel

Flügel:
Paulo Àlvares

Stimmen:
Oliver Schnelker

Künstlerische Leitung:
Komposition/Musik:
Sergej Maingardt
Videokunst:
Jens Standke
Rosi Ulrich
Andrea Bleikamp

Kostüm:
Claus Stump
Kostümanfertigung:
Andrea Uebel

Produktionsleitung:
Hannah Greve

Technik:
Jens Kuklik

PR & Öffentlichkeitsarbeit:
neurohr & andrä

Nach einem Essay von
Dipl.-Psych. Karin Duda-Kirchhof & Dipl.-Psych. Dr. Oliver Kirchhof

Termine:
09./10./11./12.11.2017, 20 h
orangerie theater im volksgarten
Res: 0221 952 27 08
info@orangerie-theater.de